Das Glaubensbekenntnis wurde 1910 von I.S. Prochanov verfasst. Es wurde auch Grundlage des Glaubensbekenntnisses der Evangleiumschrchristen. Die verwendeten Bibelübersetzungen variieren um möglichst der russischen Wiedergabe zu entsprechen.
Grundlage unseres Textes ist die digitale Veröffentlichung auf slavicbaptists.com. Nutzung des Textes mit freundlicher Genehmigung.
„Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, mit Sanftmut und Ehrerbietung“
– 1. Petrus 3:15
Inhalt:
Kapitel 1: Von Gott und der Heiligen Dreieinigkeit
Es gibt nur einen Gott, und keinen außer Ihm. (Markus 12,29.32; Johannes 17,3)
Gott ist Geist (Johannes 4:24), lebendig (Jeremia 10:10; 1. Thessalonicher 1:9), persönlich (Römer 9:22–23; Hiob 2:11), unbegrenzt (Psalm 145,3), in sich selbst existierend(2. Mose 3,14; 1. Johannes 2:13), unveränderlich (Maleachi 3:6), vollkommen (Matthäus 5:48), wahrhaftig (Johannes 17:3), heilig (Jesaja 6:3), ewig (5. Mose 32:40; Psalm 90:3; Jeremia 10:10; Jesaja 40:28), unermesslich (1. Könige 8:27; Römer 8:39; 11:33–36), völlig frei (Epheser 1:11; Psalm 115:3), allgegenwärtig (Psalm 139:7; Apostelgeschichte 17:27), allwissend (Hebräer 4:13), weise (Römer 16:27; 1. Timotheus 1:17), allmächtig (1. Mose 17:1), vollkommen gut (Römer 2:4; Matthäus 19:17), treu in seinen Verheißungen (1. Korinther 1:9; 2. Korinther 1:20), gerecht und wahrhaftig(5. Mose 32:4; Psalm 7:10–12).
In dem einen existieren drei Hypostasen (Personen) (Hebräer 1:3; 1. Johannes 5:7):
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Der Vater zeugt (Psalm 2:7; Johannes 3:16) und sendet den Sohn (Johannes 5:36); vom Vater geht der Heilige Geist aus (Johannes 15:26), und der Vater sendet den Heiligen Geist (Johannes 14:26); der Sohn ist vom Vater gezeugt (Psalm 2:7; Johannes 3:16) und wird vom Vater gesandt (Johannes 5:36).
Der Sohn sendet den Heiligen Geist (Johannes 15:26).
Der Heilige Geist geht vom Vater aus (Johannes 15:26) und wird sowohl vom Vater (Johannes 14:26) als auch vom Sohn gesandt (Johannes 15:26).
Doch der Vater ist Gott (1. Korinther 8:6), der Sohn ist Gott (1. Johannes 5:20; Titus 2:11–13; Römer 9:4–5), und der Heilige Geist ist Gott (Apostelgeschichte 5:3–4; 1. Korinther 3:16); und diese Drei (die heilige Dreieinigkeit) sind eins (1. Johannes 5:7), untrennbar (Johannes 1:1 und 18; 17:22–23; 4:24) und einander gleich (Kolosser 2:9–10; 1:15–17; Hiob 33:4); in dieser heiligen Dreieinigkeit gibt es weder Ersten noch Letzten, weder Größeren noch Geringeren.
Der eine Gott ist die heilige Dreieinigkeit; die heilige Dreieinigkeit ist der eine Gott – und Er ist „alles in allem“ (1. Korinther 15,28).
Kapitel 2: Von der Erschaffung der Welt
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sterne (1. Mose 1–2; Apostelgeschichte 17:24); alles Sichtbare und Unsichtbare (Kolosser 1:16; Hebräer 11:3; 1. Korinther 8:6; Offenbarung 4:11; Psalm 89:12) –
als Ausdruck Seiner ewigen Kraft, Macht und vielfältigen Weisheit (Epheser 3:9–10);
damit alles Ihm diene (Psalm 119:91; Jesaja 66:1) und Ihn verherrliche (Psalm 148:2–7).
Gott schuf auch den Menschen nach Seinem Bild1 (1. Mose 1:27; 5:1; Jakobus 3:9),
und „aus einem Blut machte er das ganze Menschengeschlecht“:
- damit sie die ganze Erde besiedeln(Apostelgeschichte 17:26),
- Ihn unaufhörlich preisen (Psalm 66:4),
- beständig nach Ihm verlangen (Apostelgeschichte 17:26–28),
- gute Werke tun (Epheser 2:10),
- ein unsterbliches (1. Mose 2:9.17), freies (2. Korinther 3:17), heiliges (Matthäus 5:8; 1. Petrus 1:16) und seliges Leben führen (1. Mose 2:8) – in unaufhörlicher Gemeinschaft mit Gott (1. Mose 2:16; 3:8; Matthäus 5:8),
- und über alle Lebewesen auf Erden herrschen (1. Mose 1:26; Psalm 8:5–9),
- und zur Ausführung Seines Willens (Hebräer 1,7; Psalm 103,20), zum Dienst an den durch Ihn Erretteten (Hebräer 1,14) und zur Erfüllung Seines ewigen Ratschlusses vor Grundlegung der Welt (Epheser 3,10; Hiob 38,6–7).2
Gott schuf Engel (Psalm 148:2–5; Kolosser 1:16): körperlose Wesen (Geister) (Hebräer 1:14), mächtiger als Menschen an Kraft und Stärke (2. Petrus 2:11), unzählbar in ihrer Zahl (Offenbarung 5:11) und verschieden benannt und geordnet in Rang und Autorität (Kolosser 1:16; 1. Thessalonicher 4:16).
Die Engel stehen stets vor dem Angesicht des himmlischen Vaters (Offenbarung 22:8–9; Kolosser 1:16; Jesaja 6),
freuen sich über die Errettung von Sündern (Lukas 15:10),
beobachten das Leben von Völkern und Kindern (Daniel 10:12–21; 11:1; Matthäus 18:10), und das Leben der Gemeinden (1. Korinther 11:10; 1. Timotheus 5:21).
Gott sendet sie auch zur Bestrafung der frechen Lästerer (Apostelgeschichte 12:23).
Obwohl Engel den Menschen an Vollkommenheit ihres Wesens überlegen sind, verbietet das Wort Gottes, ihnen Anbetung zu erweisen (Offenbarung 22:8–9). Einige Engel aber bewahrten ihre Würde nicht und sündigten; deshalb hat Gott sie mit Ketten der Finsternis gebunden (Judas 6; 2. Petrus 2:4). Der Anführer unter ihnen „blieb nicht in der Wahrheit“, wurde ein Menschenmörder (1. Mose 3:1; Johannes 8:44) und erhielt den Namen Teufel.
Kapitel 3: Von der Offenbarung Gottes.3
(1. Timotheus 2:4; Psalm 119:144)
Damit der Mensch Seine ewige Wahrheit erkennen könne, hat Gott zwei Wege gegeben (Psalm 8:2; Johannes 2:22):
1. – Die innere (ungeschriebene) Offenbarung (Johannes 16:13; 1. Korinther 14:20; 1. Johannes 2:20–21);
2. – Die äußere (geschriebene) Offenbarung (2. Mose 31:18; Römer 1:2).
Die innere (ungeschriebene) Offenbarung Gottes
Die innere Offenbarung wurde dem Menschen in den ersten Zeiten seines Daseins durch das Erscheinen Gottes selbst (1. Mose 7:1; 2. Mose 11:1), durch Engel (1. Mose 19; Lukas 1:26), durch Propheten (4. Mose 15:1; Apostelgeschichte 9:10), oder unmittelbar durch Visionen (1. Mose 15:1; 28:12–19) und innere Eingebung (Psalm 16:7) vermittelt.
Nach der Lehre der Heiligen Schrift ist die innere Offenbarung jenes „Salbung vom Heiligen“, die – „wahrhaftig und nicht trügerisch“ – in dem inneren Tempel der Gläubigen bleibt und sie „über alles belehrt“ (1. Johannes 2:20.27).
Es ist die Stimme des „Geistes der Wahrheit“, der die Gläubigen in alle Wahrheit leitet (Johannes 16:13).
Diese innere Offenbarung Gottes ist nicht aufgehoben: Der Heilige Geist „zeugt auch jetzt mit unserem Geist“ und wirkt Seine „Offenbarungen zum Nutzen“ in jedem gläubigen Menschen (im Herzen) (Römer 8:16; 1. Korinther 12:7–10).
Ohne innere Offenbarung bleibt dem Menschen auch die äußere (geschriebene) Offenbarung verschlossen (Lukas 24:45);
doch die innere Offenbarung darf niemals im Widerspruch zur äußeren, schriftlich festgehaltenen Offenbarung – dem Wort Gottes – stehen.
Wenn sie mit der Schrift nicht übereinstimmt, ist sie nicht wahr (1. Korinther 4:6; Galater 1:8).
Die äußere (geschriebene) Offenbarung Gottes
Die äußere Offenbarung Gottes ist die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments,
die die Worte auserwählter Männer – Patriarchen und Propheten – enthält, durch die Gott „vielfältig und auf vielerlei Weise“ geredet hat, und zuletzt durch Seinen Sohn (Hebräer 1:1–2).
“Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, für jedes gute Werk ausgerüstet.” (2. Timotheus 3:16–17)
Sie ist „lebendig und wirksam“ (Hebräer 4:12),
enthält die Wahrheit – und nur die Wahrheit (Matthäus 24:35),
und ist vollkommen ausreichend, damit wir gerettet werden und das ewige Leben haben (Johannes 5:39; 17:17; 20:31; Psalm 119:138.142).
Sie hat ewige und unveränderliche Gültigkeit, denn Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Worte werden nicht vergehen.
Daher ist die Heilige Schrift – zusammen mit der inneren Offenbarung, die mit ihr übereinstimmt – die einzige wahre Richtschnur für das Heil des Menschen. Es gibt keine andere.
Die Heilige Schrift selbst warnt uns davor, irgendwelche anderen Richtschnüre oder menschlichen Überlieferungen anzunehmen (Markus 7,3–8; Matthäus 15,3).
Glaubensbekenntnisse und Katechismen dürfen die Bedeutung der Heiligen Schrift weder einschränken noch sie als Leitlinie für Gläubige ersetzen. Katechismen und Bekenntnisse können nützlich sein, um einen allgemeinen Überblick über die evangelische Wahrheit zu geben – besonders für Menschen, die von Gläubigen „Rechenschaft über ihre Hoffnung“ fordern.
Aber das wahre, immer und überall gültige Leitbild für Evangeliumschristen ist das Wort Gottes – und das mit ihm übereinstimmende innere Zeugnis.
Die Heilige Schrift besteht aus den folgenden Büchern:
39 Bücher des Alten Testaments und 27 Bücher des Neuen Testaments.
Die Bücher des Alten Testaments:
- Buch Mose – Genesis,
- Buch Mose – Exodus,
- Buch Mose – Levitikus,
- Buch Mose – Numeri,
- Buch Mose – Deuteronomium,
- Buch Josua,
- Buch der Richter,
- Buch Rut,
- Buch Samuel,
- Buch Samuel,
- Buch der Könige,
- Buch der Könige,
- Buch der Chronik,
- Buch der Chronik,
- Buch Esra,
- Buch Nehemia,
- Buch Ester,
- Buch Hiob,
- Psalmen,
- Sprüche Salomos,
- Prediger (Kohelet),
- Hoheslied Salomos,
- Buch des Propheten Jesaja,
- Buch des Propheten Jeremia,
- Klagelieder Jeremias,
- Buch des Propheten Hesekiel,
- Buch des Propheten Daniel,
- Buch des Propheten Hosea,
- Buch des Propheten Joel,
- Buch des Propheten Amos,
- Buch des Propheten Obadja,
- Buch des Propheten Jona,
- Buch des Propheten Micha,
- Buch des Propheten Nahum,
- Buch des Propheten Habakuk,
- Buch des Propheten Zefanja,
- Buch des Propheten Haggai,
- Buch des Propheten Sacharja,
- Buch des Propheten Maleachi.
Die Bücher des Neuen Testaments:
- Evangelium nach Matthäus,
- Evangelium nach Markus,
- Evangelium nach Lukas,
- Evangelium nach Johannes,
- Apostelgeschichte,
- Jakobusbrief,
- Petrusbrief,
- Petrusbrief,
- Johannesbrief,
- Johannesbrief,
- Johannesbrief,
- Judasbrief,
- Brief an die Römer,
- Brief an die Korinther,
- Brief an die Korinther,
- Brief an die Galater,
- Brief an die Epheser,
- Brief an die Philipper,
- Brief an die Kolosser,
- Brief an die Thessalonicher,
- Brief an die Thessalonicher,
- Brief an Timotheus,
- Brief an Timotheus,
- Brief an Titus,
- Brief an Philemon,
- Brief an die Hebräer,
- Offenbarung des Johannes.
Apokryphen
Im Alten Testament finden sich zudem folgende apokryphen Schriften:
- Buch Esra,
- Buch Esra,
- Buch Tobit,
- Buch Judit,
- Buch der Weisheit Salomos,
- Buch Jesus Sirach,
- Brief Jeremias,
- Buch Baruch,
9–11) 1., 2. und 3. Buch der Makkabäer, - Zusätze zum Buch Daniel: Verse 24–91 in Kapitel 3 sowie die Kapitel 13 und 14,
- Zusatz zu 2. Chronik 36: Gebet des Manasse,
- Am Ende des Psalters: Ein Psalm Davids über den Kampf mit Goliath,
- Zusätze im Buch Ester: zu 1,1; 3,13; 4,17; 5,1–2; 8,12; 10,3.
Diese Schriften erkennen wir nicht als gottgehaucht an und nehmen sie nicht als Richtschnur,
da sie aus unbekannter Herkunft stammen:
Im hebräischen Urtext des Alten Testaments sind sie nicht enthalten, sondern liegen nur in griechischer Sprache vor.
Außerdem widersprechen ihre Inhalte in Teilen dem Zeugnis anderer Bücher der Heiligen Schrift (1. Thessalonicher 5,21).
Kapitel IV Von der Vorsehung Gottes
Der Gott, der die Welt erschaffen hat, bleibt nicht ein unbeteiligter Zuschauer dessen, was geschieht.
Gott sorgt für die Welt (Hiob 34:13), das heißt:
Er erhält die Schöpfung, wirkt an ihr mit, hilft ihr (Nehemia 9:6; Psalm 36:6; Hebräer 1:2–3; Hiob 26:2) und lenkt sie (Psalm 86:17).
Das Walten Gottes erstreckt sich:
- auf das gesamte Universum (Psalm 103:19),
- auf die Natur und ihre Elemente (Daniel 4:32; Epheser 1:10–11; Psalm 135:6–7),
- auf die Tiere (Psalm 104:21–30; Matthäus 6:26; Lukas 12:24),
- auf das Geschick der Völker und der Menschen (Hiob 12:23),
- auf Dinge und Ereignisse, die uns unbedeutend erscheinen (Matthäus 6:25–32),
- auf das Leben der Gerechten (Römer 8:28; Lukas 1:52),
- auf die Gebete der Menschen (Matthäus 7:7–8; Matthäus 6:8; Sprüche 16:33) sowie auch auf das Geschick der Gottlosen.
Was die sündhaften Handlungen des Menschen betrifft, so zeigt sich das Walten Gottes darin, dass Gott den Menschen manchmal vom Sündigen abhält (Psalm 7:12–13; 11:6; 1. Mose 20:6; Psalm 19:13), zu anderen Zeiten aber dem Menschen (zur) Sünde zulässt. In diesem Fall wirkt Gott aber nicht mit am sündhaften Tun, sondern hindert den Menschen nicht, indem er ihn der ihm gegebenen freien Willensentscheidung überlässt (Psalm 81:12–13; Hosea 4:16–17; Apostelgeschichte 14:16).
Doch in beiden Fällen bleibt das Ziel von Gottes Vorsehung stets dasselbe:Es ist gut und vollkommen, gerichtet auf das Heil der unsterblichen Seele des Menschen und getragen von der Liebe Gottes zu ihm (Römer 3:25; 2. Chronik 32:31; 5. Mose 8:2; Lukas 22:32).
Die Güte Gottes gegenüber Seinen Geschöpfen (Römer 8:28; 2:4) und die Verherrlichung des Schöpfers (Römer 9:23)
sind die beiden höchsten Ziele, auf die Gottes Vorsehung das Leben aller Geschöpfe ausrichtet. Dabei bringt Gott alles dazu, Seinen weisen Ratschluss zu erfüllen.
Kapitel V: Vom Sündenfall
Gott hat den von Ihm geschaffenen Menschen mit einem freien Willen ausgestattet, das heißt: mit der Fähigkeit, zwischen Gut und Böse, zwischen Freiheit und Knechtschaft, zwischen Leben und Tod zu wählen (Matthäus 17:12; Jakobus 1:14; 5. Mose 30:19).
Gott hätte den Menschen auch ohne Willensfreiheit erschaffen können, so dass er nichts hätte wählen können, sondern ein mechanischer Vollstrecker des göttlichen Willens gewesen wäre. Doch in diesem Fall wäre sein Geschöpf ein Knecht und nicht seinem Schöpfer ähnlich gewesen, und der Ruhm von willenlosen Dienern wäre kein Ruhm gewesen, der einem vollkommen freien Schöpfer würdig ist (Johannes 15:15).
In Seiner Liebe zum Menschen gab Gott ihm das Gesetz und zeigte ihm die Folgen seiner Wahl auf (1. Mose 2:16–17).
Der Mensch aber, durch den Feind der Menschenseelen versucht, wählte den Weg der Erkenntnis des Bösen (1. Mose 3:6) und musste deshalb auch alle Konsequenzen dieses Weges tragen: statt der seligen Gemeinschaft im Paradies – Leid und Mühsal (1. Mose 3:16–19), statt der Freiheit – Knechtschaft (Johannes 8:34), und statt der Unsterblichkeit – den Tod (1. Mose 2:17; 4:8).
Indem der Mensch Gottes Gebot übertrat, sündigte er, das heißt: er beging Gesetzlosigkeit (1. Johannes 3:4). Damit die Menschheit nicht vollständig in den Abgrund des Verderbens fällt und zugleich nicht hochmütig wird und meint, aus eigener Kraft die verlorene Seligkeit zurückzugewinnen, gab Gott dem Menschen:
- die Erkenntnis des natürlichen Gesetzes, auf dem alles Geschaffene beruht (Römer 1:20),
- das sittliche Gesetz (Psalm 19:8–9), das selbst von den Heiden erkannt wird, jedoch umso klarer von denen, die das geschriebene Wort Gottes empfangen haben, wie es in Christus erfüllt wurde (Römer 2:14–15; 7:14; 8:4; 10:4; Philipper 3,8–9),
- das zeremonielle Gesetz (Bücher Exodus und Numeri).
Doch kein Mensch war imstande, diese Gesetze Gottes zu erfüllen:
„Alle haben gesündigt“,
„sie sind alle abgewichen, allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer“ (Römer 3:12.23).
Da der Lohn der Sünde (Römer 6:23) der Tod ist, hätte das ganze Menschengeschlecht sterben müssen – so verlangte es das ewige Gerechtigkeitsgericht Gottes.
Doch hier beginnt das Wirken der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die Seinem Gericht vorangeht (Psalm 89:15).
Kapitel VI: Der göttliche Heilsplan oder die Rettung der Menschheit
Gott wollte – aus Seiner ewigen Liebe heraus – das Menschengeschlecht retten und hat nach Seiner großen Weisheit das gesamte Menschheitsgeschehen seit dem Sündenfall diesem Ziel zugeführt.
Seit der Zeit Abrahams sonderte Er sich ein besonderes Volk ab und begann, es zu erziehen –
indem Er diesem:
- die Größe des göttlichen Wesens in seiner Einheit, Allmacht und Heiligkeit (2. Mose 19),
- die Sündhaftigkeit des Menschen und seine moralische Hilflosigkeit (Apostelgeschichte 15:10),
- und die Möglichkeit der Erlösung durch den kommenden Messias (Jesaja 59:20)
aufzeigte.
Diese Erziehung vollzog Gott mit drei Mitteln:
- durch das Gesetz des Mose (Galater 3:24),
- durch die prophetischen Worte (Jeremia 7:25),
- durch gerechtes Gericht (Hiob 37:23; Jesaja 33:5; Hosea 6:11).
Doch das eigentliche Heil, oder die Erlösung, hat Gott Seinem Wohlgefallen gemäß durch einen Mittler zwischen Gott und den Menschen (1. Timotheus 2:5) vollbracht – Jesus Christus,
der, als wahrer Sohn Gottes und zugleich wahrer Sohn der Jungfrau Maria, in sich göttliche und menschliche Natur vereinte (Markus 15:39; Kolosser 2:9), um Gott mit dem Menschen und den Menschen mit Gott zu versöhnen (Epheser 2:16; Kolosser 1:20).
In seinem Wesen war Jesus Christus in allem wahrer Mensch, ausgenommen die Sünde (Apostelgeschichte 2:22; Römer 5:15; Matthäus 26:38; Matthäus 4:2; Lukas 2:40),
und zugleich wahrer Gott, die zweite Person der heiligen Dreieinigkeit (Johannes 8:58; 14:9–10).
Trotz dieser doppelten Natur war Jesus Christus eine einzige Person, ein einziges Wesen (1. Johannes 4:2; Johannes 1:14).
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